Bündnis90/Die Grünen: Neujahrsempfang in Escheburg


Escheburger Wappen mit Bündnis90/Die Grünen
Ein Bündnis für Escheburg?

Eine Kampfansage könnte sicher anders daher kommen. Der Neujahrsempfang am 3. Februar im Escheburger Gemeindehaus wirkte wie ein überaus familiäres Zusammentreffen ganz verschiedener Menschen. Und doch könnte dieses Treffen viel Sprengstoff enthalten für die bestehenden Strukturen in Escheburg. Denn diese Menschen eint ein Thema: das Interesse an einer positiven Entwicklung in unserem Ort, welche in den letzten Monaten zumindest nicht in der breiten Masse spürbar war.

Entstanden ist die Initiative zum neuen Ortsverein von Bündnis90/Die Grünen aus dem Unmut der Gründungsmitglieder über mangelnde Transparenz von Entscheidungen der Gemeindevertretung und aus dem Willen heraus, etwas zu verändern in der aktuellen Kommunalpolitik.

Die fünfzehn Bündnisgrünen, die sich an jedem vierten Donnerstag im Monat um 20:00 Uhr im Gemeindezentrum treffen, sind keine Unbekannten. Die beiden Sprecher, Isabel Detje und Rainer Köker sind vielen Escheburgern als Vorstand der Escheburger Strolche ein Begriff, insbesondere denjenigen, deren Kinder ihre Tage im KiGa verbringen. Und natürlich schwingt bei vielen noch das Gefühl der Ohnmacht nach, welches einen 2012 beschlich angesichts der offenbaren oder offenkundigen Unregelmäßigkeiten und Unklarheiten bei den Entscheidungen für den Bau der neuen Kindertagesstätte Am Soll sowie die Vergabe der Trägerschaft an den ASB. Dass in dieser Angelegenheit nunmehr die Juristen am Werk sind, kann für Köker und Detje nicht befriedigend sein. Sie wollen Dinge bewegen und für Escheburg zum Guten verändern. Die außerordentlichen Mitgliederversammlungen der Strolche in 2012 haben ihnen gezeigt, dass das Interesse in Escheburg dafür gegeben ist, und so war der Weg zur Gründung des Ortsverbands von Bündnis90/Die Grünen nicht weit.

Eines ist sicher: Veränderungen wird es geben in der politischen Kultur Escheburgs, und die Anfänge waren bereits am Sonntag im Gemeindezentrum für jeden Besucher spürbar. Der Dialog mit den Bürgern ist ernst gemeint und verläuft dennoch auf einer lockeren Gesprächsebene. So füllten sich allmählich auch die Plakate an den Wänden, auf denen jeder eingeladen war seine Meinungen und Themen zu Escheburg zu hinterlassen: Baugebiete, Nahversorgung, Schule, KITA, Verkehrsführung, Umwelt. Da war viel interessantes und wichtiges dabei, wenn man genau las und zuhörte. Ansatzpunkte nicht nur für die grüne Politik.

Etwas erschreckend ist es allerdings auch, dass unter der Rubrik „Das finde ich gut an Escheburg“ nur wenige Anmerkungen hinzugefügt wurden. Vielleicht ist auch das ein Ansatzpunkt für die Politik und die ganze Gemeinde, die Vorteile und Errungenschaften Escheburgs stärker in den Vordergrund zu rücken. Schließlich leben vermutlich die meisten Menschen gern hier.

Vielleicht mochte es ja der ein oder andere aber auch nicht so öffentlich und äußerte seine Themen eher im persönlichen Gespräch mit den Mitgliedern des Ortsverbands oder warf seine Meinungen in die – verdächtig nach Wahlurne aussehende – Plastikbox ein. Ein Schelm, wer angesichts der Kommunalwahlen im Mai denkt, dass die Bündnisgrünen sich an dieses Gefühl gern gewöhnen würden…

Die neue Fraktion in Escheburg ist gut beraten, die Ideen der interessierten Bürger abzuholen, um sich in den nächsten Wochen daraus ein Wahlprogramm aufzubauen. Kamen eigentlich die etablierten Kräfte im Ort in den letzten Jahren auch auf diese Idee und ist das nur nicht bis in den letzten Haushalt durchgedrungen? Den Gästen des Neujahrsempfangs war auf alle Fälle anzumerken, dass Diskurs, Diskussion und Öffentlichkeit bei Themen, die alle angehen, erfrischend und erkenntnisbringend sind. Ich hoffe daher, dass die Grünen in der Lage sind, frischen Wind nach Escheburg zu bringen und gemeinsam mit interessierten Einwohnern etwas für unseren Ort zu bewegen. – Und wenn im ersten Schritte nur etwas Leben ins Gemeindezentrum kommt, wie eine Besucherin treffend anmerkte.

Unser Sohn war im Übrigen auch begeistert: „Das war heute echt schön bei den Grünen. Da können wir mal wieder hingehen.“ Wenn das keine Kampfansage ist.

6 Gedanken zu „Bündnis90/Die Grünen: Neujahrsempfang in Escheburg“

  1. Guter Bericht.
    Aber es könnte der Eindruck entstehen, dass Rainer und Isabel den OV Escheburg gegründet hätten. Sie waren mit dabei, aber der Grund den OV zu Gründen kam aus Börnsen.

  2. Wie auf unserer Seite öfters nachzulesen ist, hatte der OV Börnsen Flyer in Escheburg verteilt (wohl auch bei Dir) um eine Infoveranstaltung abzuhalten und ggf. einen OV E zu gründen. Schnell war klar das es genügend Leute geben würde, aber es auch bedenkzeit bedarf um sich wirklich politisch zu betätigen. Erst ein zweites treffen (zwei Wochen später) ergab eine Gründung. Wir hatten alle eigene Interessen dort mitzumachen.

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