Brandanschlag auf „Asylbewerberheim“ – Reaktionen aus Escheburg

Stop der Gewalt gegen Flüchtlinge!
Stop der Gewalt gegen Flüchtlinge!

Mein Heimatort Escheburg („bei Hamburg“) hat es heute in die Tagesschau geschafft.

Danke für die Glückwünsche, jedoch ist die Ursache leider weniger erfreulich: Bereits gestern wurde ein Brandanschlag verübt auf ein Haus, welches als Unterkunft für sechs Flüchtlinge aus dem Irak dienen sollte. Heute sollten sie einziehen.

Große Präsenz von Escheburg in den Medien

Lokale, regionale und überregionale Medien haben das Thema aufgegriffen und Escheburg quasi über Nacht zu trauriger Berühmtheit verholfen. Es macht mich sehr betroffen, den Namen unseres Ortes auf einmal in einer Reihe mit dem Möllner Brandanschlag von 1992 zu lesen. Auch wenn gestern offenbar nur Linoleum beschädigt wurde und glücklicherweise keine Verletzten zu beklagen waren, ist die ausgeübte Gewalt nicht zu rechtfertigen.

Wie kann es sein, dass jemand aus Escheburg oder Umgebung zu einer solchen Tat fähig ist? Mir bleibt das auch etliche Stunden später unbegreiflich!

Ein kurzer Blick zurück: Nachdem im vierten Quartal 2014 die Planungen zur Unterbringung von Flüchtlingen auf Touren kamen, hatte sich offenbar in den letzten Tagen die Lage konkretisiert. Als Ende letzter Woche feststand, dass das Haus in der Straße Am Golfplatz als Unterkunft eingesetzt werden soll, begannen Bürgermeister Rainer Bork und Grünen-Politiker David Oruzgani damit, die unmittelbare Nachbarschaft persönlich zu informieren, stießen jedoch auf große Ablehnung.

Nicht schlüssig ist mir leider bisher, ob die Arbeiten zur Einrichtung des Hauses bereits begonnen hatten, noch bevor der erste Bürger informiert worden ist. Hier gilt es für die Gemeindevertreter, schnell Stellung zu beziehen und ihre Vorgehensweise nachvollziehbar zu erläutern.

Späte Information führt zu Ängsten

Was ich gut verstehen kann: Dass die Entscheidung, sechs Männer aus dem Irak mitten in einem Wohngebiet unterzubringen, zunächst einmal zu großer Unsicherheit in der unmittelbaren Nachbarschaft geführt hat. Erst recht dann, wenn sich diese Information vor der offiziellen Kommunikation ihren Weg gebahnt hat – wie es bei dem gut informierten „Buschfunk“ in Escheburg häufig der Fall ist. Aus Unsicherheit entstehen dann schnell Angst, Ablehnung oder schlimmeres.

Ich war leider weder bei den Gesprächen mit Rainer Bork noch bei dem Auflauf im Büro der leitenden Verwaltungsbeamtin des Amts Hohe Elbgeest, Brigitte Mirow, dabei. Dass hier von Seiten der Gegner einer Flüchtlingsunterkunft nicht sachlich argumentiert wurde, kann ich mir gut vorstellen, angesichts der Brisanz und Dringlichkeit des Themas. Ich habe mich heute gefragt, wie ich wohl reagiert hätte, wäre statt eines ein paar Straßen entfernten Grundstücks mein Nachbarhaus betroffen gewesen. Selbst wenn ich das Ganze rein rational positiv gesehen und sicher aus humanistischen Gründen das Vorgehen goutiert hätte, könnte ich doch nicht ausschließen, dass auch mich ein komisches Gefühl beschlichen hätte.

Und im Nachhinein lassen sich solche Gefühle schwerlich ausräumen.

Der Schaden haben alle Escheburger

Nichts rechtfertigt jedoch die Bereitschaft zur Gewalt, die hier zutage gekommen ist. Ich frage mich, ob der Täter / die Täterin auch einen Tag später noch so beherzt zum Kanister gegriffen und diesen durch das Fenster aufs Linoleum geschleudert hätte, im Wissen dass sich Menschen in der Unterkunft befinden. Oder wurde hier eine „gute Gelegenheit“ gesucht und gefunden, die Sache mit den ungeliebten Nachbarn noch vor deren Eintreffen zu regeln?

Allerdings schaden solche Taten letztlich uns allen – in vielerlei Hinsicht:

  • Das Vertrauen in die Nachbarschaft geht verloren.
  • Die Angst vor dem/den Fremden Menschen weicht der Angst vor dem Unbekannten im Bekannten.
  • Der Ruf von Escheburg und derjenigen, die dort wohnen, wird beschädigt.
  • Weniger Menschen könnten in Escheburg bleiben oder dorthin ziehen wollen, was wiederum Einfluss hat auf die bestehende und geplante Infrastruktur, vielleicht sogar den Wert von Häusern und Grundstücken…

Kurz: Niemandem ist gedient. Es ist daher Zeit etwas zu tun in Escheburg. Jetzt.

Ideen und Initiativen sind gefragt

Wer macht denn etwas? Schauen wir uns einmal kurz im Netz um, zunächst bei den politischen Parteien:

Der Escheburger Ortsverband der GRÜNEN verurteilt „den feigen und menschenverachtenden Anschlag auf die geplante Flüchtlingsunterkunft in Escheburg“ und arbeitet weiter daran, „dass Menschen, die aus Not ihre Heimat verlassen, in unserer Gemeinde einen sicheren Zufluchtsort finden!“ Aha. Interessant allerdings: Der Kreisverband Mölln organisiert am kommenden Sonntag 15.02. einen Workshop zum Thema Flüchtlinge. Zufall oder Reaktion auf die jüngsten Ereignisse?

Quo vadis Escheburg
Quo vadis Escheburg?

Die Escheburger Wählergemeinschaft berichtet – zusätzlich zur für Escheburger Verhältnisse riesigen Medienpräsenz rund um Rainer Bork – kurz unter der Überschrift „Brandanschlag auf Flüchtlingswohnung“, verweist darin auf den aktuellen Beitrag des NDR, zeigt sich geschockt und betont dann die gesellschaftliche Verantwortung gegenüber den Flüchtlingen, die in ihrer Heimat „alles verloren haben“.

Die Escheburger SPD hat online (Stand 10.2. 23:30 Uhr) nichts zu dem Thema mitzuteilen.

Und die CDU ist online nicht aufzufinden…

Auch die evangelische Kirchengemeinde Hohenhorn hat das Thema bisher nicht online behandelt. Aber vielleicht erwarte ich da auch zu viel. (Schließlich sind es bis zum nächsten Sonntagsgottesdienst noch gut vier Tage hin.)

Was mir aktuell fehlt? Eine Initiative, die – womöglich parteiübergreifend und getragen von aktiven und engagierten Escheburgern – dafür sorgt, dass die negativen Eindrücke der vergangenen Tage nicht an unserem schönen Ort hängenbleiben. Darunter verstehe ich zum Beispiel die Bearbeitung folgender Themen:

  • Welche Anknüpfungspunkte kann eine intakte Gemeinde Flüchtlingen bieten?
  • Welche Grundausstattung benötigen Asylbewerber? Können wir etwas dazu beitragen?
  • Welche Ängste bestehen auf Seiten der Escheburger Einwohner und wie können wir helfen, diese abzubauen?
  • Welche Erwartungen haben Flüchtlinge an Escheburg?
  • Welche Erwartungen haben wir Escheburger Bürger?
  • Wie kommen wir ins Gespräch?
  • Wie gehen wir miteinander um?
  • Wie helfen wir uns?
  • Wie sorgen wir dafür, dass Konflikte wie der jetzt offen ausgebrochene frühzeitig angesprochen und behandelt werden?

Auch wenn ich derzeit hauptsächlich am Wochenende in Escheburg bin, würde ich eine solche Initiative gern unterstützen.

Erste Ansatzpunkte habe ich in der Präsentation Flüchtlinge Willkommen Heißen von Brigitte Mirow (Amt Hohe Elbgeest) vom 1. Dezember 2014 gefunden, aber es gibt sicher noch weitere Ideen.

Habt ihr spontan Ideen, wie wir mit Flüchtlingen umgehen wollen? Seid ihr überhaupt nicht einverstanden? Fallen euch weitere Fragen ein? Gibt es bereits eine Initiative, die sich um Flüchtlinge kümmern möchte und ich weiß nichts davon? Dann hinterlasst bitte eure Anregungen, Meinungen und Gedanken unten als Antwort auf diesen Beitrag.

10 Gedanken zu „Brandanschlag auf „Asylbewerberheim“ – Reaktionen aus Escheburg“

  1. Mein lieber Sohn Michael,
    danke für deine Stellungnahme und danke für diese konstruktiven Vorschläge. Ja, das Ansehen eurer schönen Gemeinde wurde in der Öffentlichkeit geschädigt. Das habe ich auch so schmerzhaft empfunden, als ich die Meldung in der Tagesschau hörte. Dabei habe ich unter euch doch recht oft erfahren, wie solidarisch ihr untereinander seid und wie gut ihr zusammenstehen könnt. Deine Vermutungen könnten richtig sein, was die vorherige Information betrifft, deine Vorschläge sind es aber in jedem Falle. In der NDR-Meldung vom gestrigen Abend wurde erklärt, dass die Flüchtlinge inzwischen an einem Ort untergebracht worden sind, der 40 km weiter entfernt ist. Meine Befürchtung: Hoffentlich wird dies nicht ein Erfolg für die böse Tat gewertet. Danke.

  2. Hallo Michael
    Nur kurz Bezug zum Blog.
    Kreis-Grünen:
    Der Workshop ist seit Januar in der Arbeit.
    Initiative:
    Es gibt seit Dezember eine Initiative. Es sind bis heute mehr als 20 Freiwillige, die bereit sind sich um die Integration der Flüchtlinge in Escheburg kümmern wollen. Nächstes Treffen ist morgen Do. 12.02. um 20h im Gemeindezentrum.
    allg. zum Thema:
    Es sind leider in verschiedenen Medien unterschiedliche Informationen geflossen. Ich werde versuchen sie später einmal zu listen/ordnen. Nur ,egal wann, wer, wie informiert wurde/oder auch nicht. Es hätte keinen Einfluss auf die Unterbringung der Flüchtlinge gehabt und es rechtfertig mit einer Silbe die sehr beschämenden und Ausländerfeindlichen Äußerungen die sich Rainer Bork, David Oruzgani, HaJo Richter und ich mich am Freitag bei den Hausbesuchen gegenüber gesehen hatten. Das David von einigen Anwohnern persönlich angegangen wurde ist eine Sache. Leider wurde auch seine Frau und die Kinder (von Kinder) nicht vergessen. Auch haben Escheburger Kinder am Do. WhatsApp Nachrichten gepostet die nicht gerade schön waren. Wie können Eltern, ihre Kinder nur so informieren, bzw. instrumentalisieren.
    Das sich jetzt ein/ oder mehrere Täter diese Tat vollbrachten ist erschreckend.
    Bleib an diesen frühen Morgen nur zu berichten dass sich gestern die Vorsitzenden der Ortsansässigen Parteien getroffen haben und am Mo. 23.02. im Gemeindezentrum alle Escheburger einladen werden. Dieses muss aber vorbereitet werden. Zettel kommen in die Briefkästen.
    Wie gesagt später gerne mehr.
    Gruß Frank

  3. Liebe Mutti,

    vielen Dank für deine Antwort. Auch ich hoffe, dass

    • es nicht zu Kurzschlussreaktionen kommt – auf keiner Seite
    • sich eine große Zahl Menschen findet, die auch das jetzt negativ belastete Bild von Escheburg positiv gestalten will

    Michael

  4. Hi Frank.

    danke für deinen Kommentar.

    Gut zu wissen, dass es bereits seit Dezember eine große Initiative gibt. Wenn ich unterstützen kann (zum Beispiel in Sachen Außenwirkung), dann gib mir bitte Bescheid. Morgen 20 Uhr bin ich leider nicht in Escheburg.

    Gut finde ich es auch, dass die Parteien das Thema als gemeinsame Aufgabe ansehen und angehen. Das ist die richtige Antwort auf den Anschlag.

    Was du über Whats’s-App-Nachrichten und persönliche Anfeindungen schreibst, macht mich allerdings noch nachdenklicher als bisher. Das hätte ich 2015 in Escheburg nicht (mehr) für möglich gehalten. Es zeigt sich aber umso mehr, dass wir uns Gedanken machen müssen, wie wir eine Abschottung gegenüber Neuem und Ungewohntem vermeiden und stattdessen für mehr Offenheit eintreten. Interessant ist doch an dieser Stelle der Fakt, dass es laut den Aussagen von Bürgermeister Bork in den 90er Jahren ohne gravierende Probleme möglich war, in Escheburg Flüchtlingsfamilien unterzubringen.

    Viele Grüße
    Michael

  5. Lieber Michael,
    ich habe heute mit großem Interesse deinen Blog zum Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Escheburg gelesen.

    Du schreibst u. a. „Was ich gut verstehen kann: Dass die Entscheidung sechs Männer aus dem Irak mitten in einem Wohngebiet unterzubringen, zunächst einmal zu großer Unsicherheit in der unmittelbaren Nachbarschaft geführt hat“. Einige Meinungsäußerungen die man in der Presse liest gehen in dieselbe Richtung. Es wird dann darauf hingewiesen, dass in der unmittelbaren Nachbarschaft kleine Kinder wohnen.

    Wenn wir dich sonst sehr schätzen, aber diese Äußerung von dir können wir absolut nicht verstehen und nachvollziehen und sind entsetzt darüber!
    Ja, gehst du denn davon aus, dass diese Männer regelrechte Monster sind, die nur darauf warten kleine Kinder zu missbrauchen oder Frauen zu vergewaltigen. Das sind keine verurteilten Straftäter mit Freigang, die man jetzt auf die Bevölkerung loslässt.
    Wir wissen nur, dass es Menschen sind , die unter erheblichen Einsatz ihres Lebens ihr Heimatland verlassen haben und in der Regel durch Schlepper illegal nach Deutschland gelangt sind, dass sich diese Menschen einem rechtsstaatlichen Verfahren unterwerfen und die Entscheidung abwarten, ob sie bleiben können oder nicht.

    Bei allen gut gemeinten Ratschlägen möchte ich dir einmal schildern wie hier in Tornesch/Uetersen mit diesem Thema umgegangen wird.
    Unter Federführung der Volkshochschule Tornesch/Uetersen hat man seit etlichen Monaten ein sogenanntes „Sprachcafe“ eingerichtet. Hier treffen sich einmal in der Woche interessierte und hilfsbereite Bürger UND Menschen die sich im Asylverfahren befinden. Nur so kann man all diese schrecklichen Vorurteile (Wirtschaftsflüchtlinge, Islamisten, Kriminelle und andere zwielichtige Gestalten) abbauen. Nicht ständig über Asylbewerber reden und schreiben, sondern mit den Asylbewerbern reden. Man wird dann plötzlich feststellen, welche Schicksale dahinter stehen und welche traumatischen Erfahrungen diese Menschen machen mussten. Gekommen sind Flüchtlinge und angekommen sind Menschen wie du und ich.
    Ich kümmere mich zur Zeit z. B. um eine Iranerin mit ihren beiden Söhnen, 25 und 16 Jahre alt, die hier in Tornesch wohnen. Sie mussten den Iran verlassen, weil sie heimlich ihren christlichen Glauben in Teheran praktiziert haben und damit praktisch vom Islam zum Christentum konvertiert sind. Das ist im Iran nicht ohne Gefahr für Leib und Leben möglich. Der ältere Sohn hat im Iran ein Architekturstudium abgeschlossen. All das kann man aber nur erfahren, wenn man sich die Mühe macht mit den Flüchtlingen zu reden.
    Ich habe es gerade gestern geschafft, der 47 alten Iranerin, die gelernte Friseurin ist, hier in Heidgraben einen Praktikumsplatz in unserem Friseursalon zu vermitteln. Jetzt kümmere ich mich intensiv um eine Arbeitserlaubnis, wenn das Praktikum erfolgreich verläuft.
    In Tornesch setzt sich die Hilfe für Neuankömmlinge aus vielen kleinen Bausteinen zusammen:
    Wer holt die Flüchtlinge ab . Wer stellt dafür seinen PKW zur Verfügung. Wer hilft mit gebrauchten Sachen: Kinderkleidung , Bettwäsche, Handtücher, Ausstattung von Hausrat.
    Du hast offenbar erwartet, dass die ortsansässigen Parteien und die evangelische Kirchengemeinde sich unverzüglich online zu diesen Vorgängen äußert. Ich bin nicht der Meinung, dass Institutionen, die diese Taten nicht zu verantworten haben, sofort und reflexartig in die allgemeine Betroffenheitsrhetorik mit einstimmen müssen. Diese Institutionen und Verbänden werden durch Menschen getragen, die sich auch erst mit der Problematik vertraut machen und gemeinsame Vorgehensweisen vereinbaren müssen.

    Zum Schluss möchte ich den US Präsidenten Kennedy in abgeänderter Form zitieren. „Fragt nicht, was der Staat oder andere zur Lösung dieses Problems beitragen können- fragt, was ihr tun könnt“.

    Rosemarie und Dirk Weber
    aus Heidgraben
    11.02.2015

  6. Hallo Rosi und Dirk,

    vielen Dank für euren ausführlichen Kommentar. Ich finde es großartig, dass ihr eure Erfahrungen aus Tornesch hier teilt. Auch wenn es, wie ich gelernt habe, bereits eine Initiative in Escheburg gibt, habt ihr doch schon Erkenntnisse gewonnen, die uns weiterhelfen könnten.

    Zu meiner Äußerung hinsichtlich Ängsten:
    Ich bin weit davon entfernt zu denken, dass die Flüchtlinge Monster sind oder sein könnten. Ich bin ein welt-)offener Mensch, habe wenig Berührungsängste, sondern schaue und spreche mit Menschen, bilde mir anschließend eine Meinung. So wie ihr es auch macht.

    Allerdings können wir nicht von euch oder mir ausgehen und ich kann mir daher sehr wohl vorstellen, dass eine Situation wie die hier eingetretene – kurzfristige Entscheidungen und damit auch kurzfristige, evtl. spärliche Informationen – dazu führen kann, dass zunächst einmal Ängste auftreten. Zunächst vielleicht nur Angst vor dem Unbekannten. Das hängt sicher auch mit dem Grad an bisherigen Erfahrungen mit ausländischen Menschen zusammen, die unsere Einwohner haben. Was dann im Gespräch mit weiteren „Betroffenen“ passiert, lässt sich nicht immer rational erklären.

    Absolut nicht verstehen und tolerieren kann ich Reaktionen wie Anfeindungen oder ausländerfeindliche Äußerungen / Nachrichten, wie im Kommentar von Frank beschrieben.

    Zur Kommunikation online:
    Ja, ich habe sicherlich hohe Erwartungen, was das Thema angeht. Einerseits sicherlich, weil das mein „Fachgebiet“ ist und ich mehr als andere online kommuniziere. Andererseits aber auch, weil ich sehe, dass sich die Kommunikation mehr und mehr in diese Kanäle verlagert und man die Menschen genau dort abholen muss, wo sie sich bewegen. Siehe What’s-App-Nachrichten. Und wenn ich da unterstützen kann, will ich es gern tun. Das habe ich auch bereits einigen der Verantwortlichen angeboten.

    Viele Grüße nach Heidgraben
    Michael

  7. Hallo Michael,
    nun noch etwas mehr von der lieben Verwandtschaft.

    ASYLBEWERBER WILKOMMEN – jedenfalls in Dassendorf !
    Seit November wohnen hier acht syrische Flüchtlinge in der Waldsiedlung. Weitere Asylbewerber zwischenzeitlich dazugekommen, jeweils verteilt auf dezentrale Unterkünfte im Wohngebiet. Insgesamt 18 Personen.
    Allerdings hat sich hier schnell ein Helferkreis gebildet – inzwischen in Form eines eingetragenen Vereins- der sich um diesen Personenkreis sehr intensiv kümmert. So erteilt jemand, der direkt neben der Unterkunft wohnt, den Flüchtlingen Sprachunterricht, ohne selbst der syrischen Sprache mächtig zu sein. Mit etwas gutem Willen ist eben vieles möglich. Von weiteren Aktivitäten des Helferkreises will ich hier nicht berichten. Wer will, kann sich darüber im Internet informieren.
    Vielleicht nehmen Escheburger Bürger, die bereit sind , sich zu engagieren – und solche gibt es sicher auch in Escheburg- , einmal Kontakt zu Dassendorfer Kreis auf. Die handelnden Personen hier im Ort sind sicher zu Hilfestellung gern bereit.
    Noch eine kurze Bemerkung zur vielleicht unglücklichen, eventuell kurzfristigen Informationspolitik in Escheburg.
    Glaubt wirklich jemand , dass Personen, die in der Presse mit Äußerungen zitiert werden wie “ Es stört mich, dass hier Asylbewerber in unserer Nähe installiert werde sollen. Die gehören hier nicht her!“ die Unterbringung akzeptieren würden, wenn sie zwei Wochen früher informiert worden würden. Wohl kaum.
    Und welche Vorurteile sprechen aus den Äußerungen“ Wir haben doch einfach nur Angst, hier sind doch der Kindergarten und die Schule in der Nähe.“ Auch in Dassendorf sind die Verhältnisse so-und niemand hat Angst geschürt.
    Ich hoffe, dass die Täter schnell dingfest gemacht werden und sich in Escheburg auch schnell eine positive „Willkommenskultur“ entwickelt.
    Zum Schluss noch eine kleine Episode vom Dassendorfer Neujahrsempfang. Dort bedankten sich die Asylbewerber bei allen Dassendorfern für die Aufnahme in unserem Ort. Mit den inzwischen erworbenen Deutschkenntnissen und schloßen mit den Worten “ Danke Dassendorf“. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Nur noch der Wunsch, dass in Escheburg genügend Bürger aufstehen, um zu zeigen, dass die Tatnur von einem veschwindend kleinen Teil der Escheburger Bürger nicht verurteilt wird und es auch einmal heißen kann “ Danke Escheburg“.

    Viele Grüße aus Dassendorf

    Hauke

  8. Update #2: Ich habe nach weiteren Hinweisen (danke an Vigo und Katharina!) jetzt endlich auch den Beitrag des Schleswig-Holstein-Magazins vom 10.2. 18 Uhr gesehen, in dem nicht nur der Bürgermeister interviewt wird, sondern auch Escheburger Bürgerinnen und Bürger aus dem Unterstützerkreis gezeigt werden.
    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/schleswig-holstein_1800/Schleswig-Holstein-1800,sendung336904.html

    @Hauke:
    Danke für die sehr guten Anregungen. Wie du siehst, habe ich vielleicht etwas zu sehr schwarz gesehen. Was mich aber schon interessiert: Gab es denn gar keine Unsicherheit in Dassendorf bzw. wie habt ihr es geschafft, diese so erfolgreich abzubauen?

    Und wie ist das bei euch, Rosi und Dirk?

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