7 Erkenntnisse vom TRG Online Business Summit 2010

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Der erste TRG Online Business Summit fand am 12. und 13.8. 2010 in der Elb Lounge Hamburg statt. Ich konnte gestern auf Einladung von TRG The Reach Group dabei sein, mir viele spannende Vorträge anhören und noch viel interessantere Menschen treffen. Da ich die Erkenntnisse, die ich dabei gewonnen habe, gern teilen möchte, findet ihr hier meine Schlussfolgerungen aus den einzelnen Panels.

1. Wer im Online Marketing erfolgreich sein möchte, muss messbare Ziele haben und diese konsequent verfolgen

Streicht man „im Online Marketing“ und „messbare“, erhält man eine altbekannte Wahrheit. Christoph Burseg, Geschäftsführer von TRG, zeigte in seinem Eröffnungsvortrag, dass Online Marketing eben auch nichts anderes ist als jedes andere Business. Unternehmen, die kontinuierlich und im Wissen um den Wert ihrer Kunden, Interessenten und Besucher im Netz investiert haben, sind heute die Marktgestalter. Nicht nur in der Verlagsbranche, die – auch aufgrund der Ausrichtung von TRG – häufig im Fokus stand.

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2. Google kümmert sich 2010 verstärkt um den Longtail.

Zugegebenermaßen war das nicht die einzige Erkenntnis, die SISTRIX Johannes Beus zu berichten hatte. Neben Ausführungen zum so genannten „Mayday Update“ (mehr Qualität auf Mehr-Wort-Suchergebnisseiten) und zu „Google Caffeine“ (besseres Handling von Real-Time-Suchen durch Twitter-Integration und schnellere Indexierung) hatte er auch aktuelle Zahlen zur Verbreitung der Google Universal Search und zu Unterschieden zwischen europäischen Ländern am Start.

Ich finde es immer wieder spannend, was Johannes mit seinem analytischen Verständnis aus seiner der SITRIX Toolbox zu Grunde liegenden hervorragenden Datenbasis herausholen kann. Dass der Vortrag mit „Keynote“ und „Trends und Entwicklungen im Online Marketing“ überschrieben war, hatte bei mir allerdings eine höhere Erwartungshaltung hervorgerufen. So war ich etwas enttäuscht, dass der Fokus eben doch sehr stark auf Search lag.

3. Leidenschaft fürs Produkt ist einer der Hauptfaktoren für Erfolg im Internet.

Wieder ein Satz, dem man durch Streichung der Worte „im Internet“ zur Allgemeingültigkeit verhelfen kann. Aber auch und gerade in einer Online-Company ist Leidenschaft einer der ganz wichtigen Faktoren, die zum Erfolg führen. Stephan Uhrenbacher teilte diese und weitere Erkenntnisse aus der Welt des Venture Capitals in plakativ aufgemachten Slides mit. Am meisten kontrovers diskutiert war die Aussage „Users help to improve. But don’t invent.“ An dieser Stelle sahen einige Verfechter des Crowdsourcings User sehr wohl als Quelle für Produktinnovationen. Meine Erfahrung deckt sich allerdings mit der von Stephan und auch von Henry Ford: ‚If I had asked people what they wanted, they would have said faster horses.‘

4. Das Internet übernimmt die Realität.

Ich bin mir nicht sicher, ob der Satz in der Paneldiskussion mit Thomas Promny, Chris Hasselbring, Christoph Burseg und Holger C. Johnson wirklich genau so gefallen ist. Fest steht aber, dass im Vergleich zu vor zehn Jahren das Internet in nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens eingedrungen ist und Online Marketing nicht mehr als Randdisziplin wahrgenommen wird. Wir werden wahrscheinlich in den nächsten zehn eine noch größere Dynamik erleben als in den letzten zehn. Auch wenn viele glauben mögen, dass die aktuelle iPad-Revolution schon ein ganz großes Ding ist.

5. Facebook kann sich aussuchen, welchen Markt es zuerst zerstört.

Der Vortrag von Thomas Promny in Vertretung für Kay Schneider war mit „Online Marketing 2010“ überschrieben, wirkte zum Teil wie eine Verkaufsveranstaltung für RevenueMax, als Vermittler von Ad-Networks sozusagen ein Mittler von Mittlern. Das war aber durchaus okay, bot der Vortrag doch Gelegenheit, sich wieder einmal Gedanken über die Zukunft der Vermarktung von Websites zu machen. Facebook wird in Zukunft sicher eine große Rolle spielen, sollte es sich entschließen, den gleichen Schritt zu gehen wie Google 2003 mit dem Start von AdSense, nämlich seine Anzeigen auch auf anderen Seiten einzubinden. Natürlich wurde auch Thomas‘ Buch „Werbevermarktung im Internet“ verlost.  😉

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6. Linkbuilding wird immer facettenreicher, bleibt aber die Königsdisziplin im Online Marketing.

Gero Wenderholm, Consultant von TRG, stellte zehn Methoden im Linkbuilding vor, gab Tipps und Beispiel für jeden einzelnen und bewertete diese hinsichtlich potentiellem Nutzen, Kosten und Risiko. Gute Struktur, die Erkenntnis zum Thema Linkbuilding ist aber immer wieder: Nicht einfach, Consulting ist hier angebracht.

7. Ein Blick in die Zukunft kann begeistern. Spannend bleibt der Weg dorthin trotzdem.

Nick Sohnemann von trendone nahm das Publikum mit auf eine Zeitreise vom Jahr 2021 zurück ins Jetzt. Sehr spannende Microtrends, die man dort zu sehen bekommt. Unwillkürlich fragt man sich bei jedem der gezeigten Beispiele: Wird es das wirklich geben? Werde ich es nutzen? Und wie wird es das Leben verändern? Während die erste Frage ganz häufig mit JA beantwortet werden muss, umso mehr je näher sich die Reise wieder dem Heute näherte, ruft die Projektion auf das zukünftige eigene Nutzungsverhalten häufig noch Fragezeichen in den Kopf. Und ob die gezeigten Trends wirklich genügend Momentum entwickeln werden, können uns noch nicht einmal die Zukunftsforscher sagen.

Fazit

Zurück ins Heute und damit zu meinem persönlichen Fazit: Der TRG Online Business Summit ist eine tolle Veranstaltung. Christoph Burseg und seinem Team ist es gelungen, gleich beim ersten Mal interessante Speaker in die Elb Lounge Hamburg zu holen, die freigiebig waren im Überbringen von Informationen, aber auch zuhören konnten und auf das mindestens ebenso spannend gemischte Publikum aus dem Online Marketing eingehen. Bei einer Wiederholung sollte darauf geachtet werden, dass die Erwartungen, welche die Vortragstitel wecken, auch wirklich erfüllt werden können. Das war nicht immer der Fall.

Nochmals vielen Dank für die Einladung und bis zum nächsten Online Business Summit von TRG!

Nachtrag: Leider konnte ich mir nicht alle Speaker anhören, Stefan Keuchel (Google PR-Papst), Prof. Dr. Michael Ceyp (FH Wedel), Astrid Staats und Florian Stelzner (beide TRG) fielen leider der Doppelbelegung zum Opfer.

5 Gedanken zu „7 Erkenntnisse vom TRG Online Business Summit 2010“

  1. Hamburg? Nicht schon wieder Hamburg! 😉
    Danke für den Kurzbericht. Diese Veranstaltung ist komplett an mir vorbeigelaufen. Aber okay, Zeit ist limitiert und sonst kann man vor lauter Besuchen ja seine Ziele nicht mehr verwirklichen…

  2. Danke für die 7 Punkte zusammenfassung. Selbst hier kann man sich noch etwas rausziehen.
    Weißt du zufällig ob die Präsentationen, vor die von Gero Wenderholm würde mich interessieren, irgendwo verfügbar sind? Grühsse aus Barcelona

  3. @Björn, noch habe ich keine Informationen darüber, ob und wenn ja wo die Präsentationen zu sehen sein werden. Gero Wenderholm habe ich aber schon Bescheid gegeben, dass du diese haben möchtest… Michael

  4. @Björn @Michael

    Der TRG Summit soll eine eher exklusive Veranstaltung für unserer Kunden und ausgewählte Gäste sein. Daher werden wir unsere Präsentationen wohl nicht öffentlich zum Download anbieten.

    Wer Interesse an unseren Themen / unserer Beratung hat, darf aber uns natürlich direkt kontaktieren. 😉

    Ansonsten vielen Dank für den schönen Beitrag!

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